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In unserem letzten Jahr in Lagos habe ich es nun doch noch geschafft, eine nigerianische Bank von innen zu sehen. Heute , am 26. Februar 2008, begleitete ich unseren nigerianischen Mitarbeiter Mr. Davies Oriowo, dem die Bankgeschäfte der Deutschen Schule mit der hiesigen Hausbank obliegen zur Filiale der Union Bank of Nigeria in Apapa, Lagos. Alle Bankangestellten waren sehr erfreut, einen „Oybo“ (Weißen) in Ihrer Bank zu begrüßen. Welcome, welcome! Ich wurde überaus höflich von unserem Bankberater empfangen, der mir netterweise sämtliche Bereiche (Kasse, Verwaltung, Kreditabteilung) der Bank zeigte. Natürlich sollte ich auch den Principal Manager (Leiter der 50-köpfigen Filiale) kennenlernen. Welcome, welcome!
Leider ist die Filiale seit zwei Tagen „offline“ und kann keine Kundendaten abrufen, da die Bauarbeiter, die die Straße vor dem Bankgebäude reparieren versehentlich ihr Netzwerkkabel durchtrennt haben. Sorry, this is Nigeria! Trotzdem bekamen wir unser Geld wie gewünscht von unserem Bankkonto. No problem, madam! Für Ein/Auszahlungen größere Beträge ab 500.000 Naira (ca. 3.000 Euro) gibt es eine „Diskretionskasse“ hinter geschlossenen Türen. Der Bankomat im Außenbereich ist meistens außer Betrieb, aufgrund der schlechten Stromversorgung. Bargeldloser Zahlungsverkehr findet hauptsächlich per Scheckzahlung statt, der Überweisungsverkehr ist (noch) nicht verbreitet. Die meisten Zahlungsvorgänge fließen in Nigeria, wie z.B. auch monatliche Gehaltszahlungen, nach wie vor cash. No money, no friend! Erstaunlicherweise ist der online-Auftritt und das Internet Banking bereits auf dem Vormarsch.
 Das sind 100.000 Naira (ca. 600 Euro) in 200 Naira-Scheinen. Der größte Schein hierzulande ist 1.000 Naira (ca. 6 Euro) der kleinste 5 Naira (ca. 3 Cent). Sehr freundlich, zuvorkommend und fröhlich begegneten mir alle Mitarbeiter dieser Bank! Die Menschen lassen sich hier nicht stressen, arbeiten in aller Seelenruhe, ganz nach dem Motto: no hurry in Africa! Davon könnten wir Deutschen uns manchmal eine Scheibe abschneiden und doch wird man auch häufig ungeduldig bei dieser träge wirkenden Arbeitsatmosphäre. Andrea Kurta 26. Februar 2008 |